Das Auto ist der
Deutschen liebstes Kind.
Spätestens seit der
Nachkriegszeit und der durch das Wirtschaftswunder realisierten
Massenmobilisierung gehört das Automobil zu den leidenschaftlichsten Themen
2011 heißt es 125 Jahre
Automobile - Zeit für einen Rückblick.
Am Anfang steht das Wort,
im Falle des Automobils allerdings die Idee, ein rollendes Fortbewegungsmittel
mit einem Antrieb zu versehen. Schon Leonardo Da Vinci, der Mann der Zukunft im
Mittelalter, zeichnet Fahrzeuge, die selbständig fahren können. Natürlich haben
diese Idee im Laufe der Jahrhunderte mehrere, allein es fehlt die Umsetzung der
Theorie in die Praxis. Doch dann, im 19. Jahrhundert, geht alles recht
schnell - und die Geschichte der 125 Jahre Automobile beginnt.
Die Forschungsergebnisse
von Historikern der letzten Jahrzehnten haben ziemlich einstimmig den
Motorwagen von Karl Benz (1844 bis 1929) als erstes Automobil in die Geschichtsbücher geschrieben. Am 29. Januar
1886 meldet er sein Fahrzeug zum Patent an. Innerhalb weniger Monate erreicht
die Begeisterung für die neue Fortbewegungsart die ganze Welt. In Frankreich
präsentieren Louis Renault (1877 bis 1944) und Armand Peugeot (1849 bis 1915),
in Österreich Ferdinand Porsche (1875 bis 1951) und in Dänemark Albert Hammel (1835
bis 1903) ihre Automobile.
Der nächste riesige
Schritt kommt dann aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Henry Ford
übernimmt 1913 die Fließbandfertigung für die Automobilproduktion.
Die Massenfertigung kann beginnen.
Ferdinand Porsche experimentiert
erfolgreich mit Elektromotoren als Antrieb - er entwickelt mit dem
Lohner-Porsche das erste Elektroauto mit Allradantrieb und mit dem Mixte-Wagen
das erste Hybridfahrzeug.
2011 heißt es 125 Jahre
Automobile - Zeit für einen Rückblick.
Wir möchten Ihnen in den kommenden Wochen und Monaten
längst vergessene, kuriose und seltene Allrad-Fahrzeuge vorstellen.
Nach unseren Berichten über den „Lohner Porsche“ und den „Daimler Dernburg Wagen“
machen wir nun einen relativ großen zeitlichen Sprung in die 30er-/ 40er Jahre.
In dieser Zeit begann erstmals eine ernst zunehmende Entwicklung der
Allradtechnik.
Allgemein gilt die Entwicklung des Ur Jeep, der im Auftrag
des amerikanischen
Verteilungsministeriums gebaut wurde, als der „Urvater“ aller Geländewagen.
Wenn man sich allerdings mit der Entwicklungsgeschichte von Allradfahrzeugen
auseinandersetzt, erkennt man, dass dies nur bedingt richtig ist, da es
weltweit in vielen verschiedenen Ländern teilweise schon früher oder zumindest
zeitgleich diese Technik vorangetrieben wurde. Wir wollen nachfolgend einen kleinen Vergleich zwischen den Vereinigten
Staaten und Deutschland aufzeigen.
Bantam Pilot (BRC-60)
Baujahr: 1940

Stückzahl: 70
Gilt als anerkannter „Ur-Jeep“
Prototyp gebaut von der Bantam Car Company
Willys Quad
Baujahr: 1940

Stückzahl: 2
Verwendung: Willy´s Prototyp der die Ausschreibung der
US-Army gewann
Ford Pygmy
Baujahr: 1940

Stückzahl: 2
Verwendung: Ford Prototyp
Willys MB
Baujahr: 1941 - 45

Stückzahl: 335531
Verwendung: Der „Held“ des II Weltkrieg. Fuhr auf allen
Kriegsschauplätzen auf Seiten der Alliierten.
Ford GPW
Baujahr: 1941 - 45

Stückzahl: 281571
Verwendung: Lizenzbau von Ford da Willy´s seine
Produktionskapazitäten erreicht hatte
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Mercedes G1 (W103)
Der 3-achsige Geländewagen Mercedes-Benz Typ G1 entstand auf Anforderung der Reichswehr im
Jahre 1926.
Er trug die interne Baumusterbezeichnung W 103.
Der schwere Wagen hatte 2 Plätze vorne und in einer Wanne
im hinteren Teil des Fahrzeuges mit einer zentralen Türe hinten Platz für
weitere 6 Personen.
Er besaß einen seitengesteuerten 6-Zylinder-Reihenmotor
mit 3079 cm³ Hubraum. Die Antriebseinheit lieferte 50 PS (37 kW). Ein
unsynchronisiertes 5-Gang-Getriebe leitete die Kraft an alle 4 Hinterräder
weiter. Diese hingen an 2 Starrachsen mit einem Abstand von 950–985 mm, die an
halbelliptischen Blattfedern aufgehängt waren. Auch die Vorderachse war starr
und hatte Halbelliptikfedern. Alle 6 Räder hatten Seilzugbremsen. Die
Höchstgeschwindigkeit lag bei 60 km/h.
Zusammen mit der Daimler-Benz AG waren auch Horch und Selve beauftragt
worden, Musterfahrzeuge zu bauen. Alle diese Fahrzeuge sahen ähnlich aus. Die Reichswehr entschied
sich schließlich für die (übrigens von Paul Daimler konstruierten) Wagen der Firma
Horch. 1926
entstanden nur 5 Geländewagen bei Daimler-Benz und in den beiden Folgejahren
noch je ein weiteres. Zu einer Serienfertigung kam es nie.

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G 5
Der im Technik Museum in Speyer gezeigte leichte
Geländewagen G 5 von Mercedes-Benz ist eine absolute Rarität und gleichzeitig
ein Beispiel für nicht genutzten technischen Fortschritt. Bereits 1937 verfügte
dieser Wagen über Allrad-Antrieb, Sperrdifferential, Allradlenkung,
Schraubenfedern und Ponton-Karosserie (ohne Trittbretter). Durch die
spektakuläre Lenkung der Hinterachse hatte der Wagen einen Wendekreis von nur 7
Meter. Mercedes war seiner Zeit um 40 Jahre voraus und merkte es nicht. Nur 180
Exemplare wurden zwischen 1937 und 1941 gebaut. Gleichzeitig zog man mit
vielfach unbrauchbaren Fahrzeugen in den Krieg. Das im Museum ausgestellte
Exemplar stammt aus dem Jahr 1938. Es besitzt einen Vierzylinder-Motor mit 2
Litern Hubraum und 45 PS.
Textquelle: Das
grosse Museumsbuch
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Tempo G 1200
Der Geländewagen Tempo G 1200 wurde von 1936 bis 1944
produziert. Otto Daus entwickelte 1936 für Tempo diesen Geländewagen mit zwei
Motoren (einem vorn und einem hinten) und Allradantrieb. Die Zweitaktmotoren hatten je
19 PS und trieben jeweils eine Achse an. Während der Fahrt auf der Straße
ließ sich ein Motor abschalten.